Spielbericht online – FSV Zwickau vergibt Sieg in Leipzig

Samstag, 11. September 2010 - 11:42 Uhr (Aktueller Spieltag)

Der FSV Zwickau kam am gestrigen Freitag bei seinem Auswärtsspiel in Leipzig nicht über ein 1:1 Unentschieden hinaus, blieb somit aber auch im dritten Auswärtsspiel in Folge ohne Niederlage. Nach dem schnellen Gegentor nach nur 3 Minuten und einer darauffolgenden Findungsphase setzte der FSV die Blau-Gelben lange unter Druck und belagerte besonders kurz vor und nach der Pause das Tor der Leipziger. Jedoch blieb es nur beim Ausgleich durch Neuzugang Steffen Kellig nach herrlichem Konter über die rechte Seite (69.). Insgesamt wäre vor 3.367 Zuschauern, darunter etwa 450 mitgereiste Zwickauer und auch Dresdner Fans, ein Sieg möglich und auch verdient gewesen.

Dabei begann der Abend für die Quade-Elf denkbar schlecht. Die FSV-Abwehr schien noch gar nicht auf dem Platz, als Wohlfeld bereits nach nicht einmal einer gespielten Minute einen Kopfball von Hildebrandt aus 11 Metern parieren musste. Achim Steffens schien seine Elf hochmotiviert eingestellt zu haben, denn bereits nach drei Minuten klingelte es dann im Kasten des FSV. Aus einer eigentlich harmlosen Freistoßsituation von der Mittellinie und einem noch harmloseren Freistoß resultierte dann das 1:0 durch Fraunholz, der aus dem Gewühle heraus aus sechs Metern ins lange Eck traf. Der FSV brauchte nun einige Minuten, um ins Spiel zu finden, tastete sich mit Laskowski aber nach zehn Minuten das erste Mal Richtung LOK-Tor. Sein Kopfball und kurze Zeit später auch ein Schuss aus der Distanz bildeten die beiden Startzeichen für nie nun folgenden Zwickauer Angriffswellen. Der ehemalige Chemnitzer Steffen Kellig legte kurze Zeit später mit schönem Volley aus 16 Metern nach, doch Evers im Tor von LOK blieb vorerst Sieger. Dass aber auch die Leipziger stets gefährlich sind, stellten sie zumindest in Hälfte eins immer wieder unter Beweis. Heusel sorgte gleich zwei Mal für Aufregung im Zwickauer Strafraum. Zunächst strich sein satter Flachschuss aus spitzem Winkel nach 21 Minuten nur knapp am langen Pfosten vorbei, dann traf er später aus Nahdistanz nach Kopfballverlängerung am langen Pfosten lauernd doch noch ins Tor von Wohlfeld. Das Schiri-Gespann entschied zur Freude des Zwickauer Anhangs aber sofort auf Abseits. Zwischendurch war es zudem Fraunholz, dessen Kopfball aus acht Metern übers Tor ging. Danach spielte aber nur noch der FSV Zwickau und schnürte die Gastgeber regelrecht am eigenen 16er ein. Eine Folge von Eckbällen und Freistößen sorgte kurz vor Pausentee immer wieder für Gefahr und der Ausgleich lag schon in der Leipziger Abendluft. Als Jawzwinski seinen Freistoß vom Strafraumeck auf den langen Pfosten zog, lag den lautstarken Rot-Weißen Anhängern schon der Torjubel auf den Lippen, doch Evers parierte gut. Auch nach dem Pausentee blieb es dabei. Der FSV drängte auf den Ausgleich und wurde nach einigen weiteren gefährlichen Aktionen nach 69 Minuten auch endlich belohnt. Marco Wölfel leitete in der eigenen Hälfte einen wunderbaren und direkt gespielten Angriffszug ein. Der stark agierende Jazwinski war es schließlich, der den entscheidenden Pass in den freien Raum rechts außen spielte, Neumman legte auf den heranstürmenden Kellig in der Mitte, der aus 10 Metern den Ball eiskalt in den Winkel drosch. Anschließend hielten auch die Leipziger wieder mehr dagegen und es entwickelte sich ein hitziges Derby, das in den Schlussminuten vor allem von Standardsituationen, einer tiefstehenden Leipziger Elf und natürlich der Spannung lebte. Letztlich dürfte die Steffens-Elf mit dem Remis auf Grund des Spielverlaufs wohl besser leben können als der FSV, der heute bis auf die ersten 10 Minuten eine sehr engagierte Leistung zeigte und auch spielerisch seine Überlegenheit demonstrierte. Nur gehören eben auch die ersten 10 Minuten zu einem Fußballspiel dazu. Dennoch zeigten sich die mitgereisten Zwickauer Fans zufrieden und applaudierten ihrem Team für die gute Leistung, das vom Gästeanhang natürlich ebenfalls immer wieder nach vorne gepusht wurde. Ein weiterer Wehmutstropfen ist das erneute Ausscheiden von Kapitän Maik Baumann nach nur 27 Minuten. Er verdrehte sich das Knie und musste bereits das zweite Mal in dieser Saison verletzungsbedingt ausscheiden.

Aufstellungen:
Lok Leipzig: Evers, Knoof, Görke, Krug, Seifert (75. Brumme), Saalbach, Hildebrand, Werner, Linkert (88.Brodkorb), Fraunholz, Heusel (80. Schulz)
FSV: Wohlfeld, Strobel (82. Gillert), Baumann (27. Lietz), Trehkopf, Schumann – Jazwinski, Neumann, Wölfel, Troschke (46. Schmidt), Laskowski, Kellig

Tore: 1:0 Fraunholz (3.), 1:1 Kellig (69.)
Gelbe Karten: Fraunholz, Saalbach, Knoof – Strobel, Troschke, Trehkopf, Jazwinski
Zuschauer: 3.367, darunter 450 Gäste
Schiedsrichter: Torsten Jauch (Benshausen), Stephan Reuter und Tino Menzel

Bilder